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Hochstapler/ Impostor Syndrom

Aktualisiert: 3. Apr.

Angesichts der Tatsache, dass unsere gesamte Zivilisation sich in einem Transformationsmodus befindet und das Bewusstsein dafür, dass die Menschen ihr Potenzial entfalten müssen, steigt, stoßen wir auf verschiedene Stolpersteine auf dem Weg unseres Wachstums. Wie sonst auch, führen wir einen Kampf gegen uns selbst und die inneren Grenzen, die seinerzeit aufgebaut wurden. Was stimmt mit dir nicht? – stellt sich jemand die Frage? 1 Hochschulabschluss, 2 Weiterbildungen +20 Seminare schmücken den Lebenslauf und man fühlst sich immer noch nicht kompetent genug, um komplexe Aufgaben zu lösen. Ständig suchen wir im Außen, nach Wissen, nach Halt, nach Meinungen und Autoritäten, die uns erlauben etwas dieser Welt zu geben und sich ihr gegenüber zu öffnen. Die Diagnose heißt: Hochstapler – Syndrom.

„Hhm ...!“ – Man könnte meinen, man muss den Menschen vom Gegenteil überzeugen und ihm lang genug einreden, dass er/sie es kann und schafft. – und stößt auf taube Ohren. Warum? Lass uns tiefer schauen. Was steckt tatsächlich hinter dem so stark verbreiteten Syndrom? Was ist der wahre Grund?

Und es gibt einen Grund, um genau zu sein, dre! Es ist eine und/oder Option. Entweder trifft eines davon zu oder es ist ein Mix.


Grund I. – fehlendes System/ keine Ausdauer und Fleiß

Man verfügt über große Fantasien, schafft es aber nicht, seine Ideen umzusetzen. Es fehlt ein System, Plan und Ausdauer. Innere Zweifel, die uns glauben lassen möchten, dass es sich um ein Hochstaplersyndrom handelt, wollen uns eigentlich auf Schwachstellen hinweisen. In der Praxis haben wir Angst, mit diesen Lücken in Berührung zu kommen und dann die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Der wahre Grund ist: Der Mensch verfügt über viel Wissen, das jedoch nicht strukturiert ist. Es fehlt ein System, das Sicherheit im Handeln verleiht. Das Bewusstsein kann es nicht akzeptieren, denn es sieht die vielen Zeugnisse und Urkunden. Und die innere Stimme schreit: System – dir fehlt ein System und Erfahrung, um deine, oft zu große Idee, umzusetzen. Das Fundament, auf dem dein Handeln basiert, ist nicht stark genug.

Nach Anders Ericsson (Psychologe) lässt sich dieses Problem mit 10.000 Stunden praktischer Erfahrung lösen. Denn seiner Meinung nach muss kein Talent vorhanden sein. Fleiß, Disziplin und Erfahrung helfen den Meisterstatus zu erlangen.


Grund II. – ein Autoritätskonflikt

Im Leben eines jeden Menschen gab es in der Kindheit Autoritätspersonen, die der Autorität des Kindes Raum gelassen haben oder diesen vernichtet haben. Im zweiten Fall sucht die Person im Erwachsenenleben nach Autoritäten im Außen. Sie sucht nach Bestätigung, dass sie mit Ihrer Sichtweise, Arbeitsweise und Weltanschauung zumindest nicht falsch liegt. Das stellt ein Problem dar, weil der Aufstieg von der mentalen auf die soziale Ebene nicht gelingt. Der Erfolg auf sozialer Ebene bleibt aus. Ein äußerlich hohes Selbstbewusstsein täuscht, denn es basiert auf fremdem Werten und Überzeugungen. Hinzu kommt, dass die Person auf der einen Seite auf Autoritätsperson angewiesen ist, auf der anderen Seite hat sie es schwer, Autoritäten in anderen Menschen zu sehen, weil sie sich selbst nicht für eine hält. Was sich im ersten Moment paradox anhört, beschreibt tatsächlich den inneren Konflikt dieser Personen. Aufgrund der kindlichen Erfahrung denkt sich die Person, es gibt nur eine richtige Meinung, nämlich die der Autoritätsperson. Alle anderen sind falsch… Dieser Dualismus von: richtig - falsch, meine Meinung - deine Meinung löst innere Anspannung aus, führt zu aktiven oder passiven Konflikten in der Außenwelt und dem unbewussten Kampf um die eigene Autorität. Unser höheres Ich möchte sich verwirklichen und kämpft bis zum Schluss um sein Recht auf eine Entfaltung. Ebenfalls auf diesem dualen Weltbild basierend verurteilt diese Person andere Menschen für die unterschiedlichsten Dinge. Schlussendlich begreift sie, dass sie analog von anderen verurteilt werden kann. Sie hat Angst vor Ablehnung, weshalb es ihr schwerfällt, etwas Bedeutsames in ihrem Leben anzufangen. Aus Angst, dass sie von anderen nicht angenommen wird, begründet die Person ihr "Nichthandeln" oder Misserfolg mit Gründen, die mit den tatsächlichen Ursachen nichts zu tun haben. Manchmal sagen diese Menschen von sich aus, dass sie unter einem Hochstaplersyndrom leiden, um sich für ihr Verhalten, das andere Menschen oft nicht nachvollziehen können, zu rechtfertigen. An der Stelle ist es wichtig diesen Autoritätskonflikt zu erkennen und zu begreifen, dass wir uns niemals als Hochstapler bezeichnen würden, wenn wir diesen Archetyp nicht in anderen sehen und verurteilen würden.

Mithilfe der nachfolgenden Abbildung möchte ich zeigen, wo die Ursache des Syndroms tatsächlich wurzelt. Die grünen Felder, die sich auf der sozialen Ebene befinden, stellen in den meisten Fällen ein Problem dar.


Grund Nr. 3: Angst vor dem Tod bzw. vor dem Ungewissen

Die Angst vor dem Ungewissen. Klingt banal, ist aber häufig ein Grund für ein passives Verhalten. Das ist die Angst vor dem Unbekannten. Davon, dass man scheitert, dass man nicht anerkannt wird, sich blamiert. usw. Hier spielt der Herdeninstinkt eine wichtige Rolle.




Die Lösung:

Es gibt bestimmte Dinge in unserem Leben, von denen wir fest überzeugt sind. An diesen Fakten kann keine Autorität dieser Welt etwas ändern oder uns vom Gegenteil überzeugen. Darauf muss alles aufbauen. Bei der Vielzahl an Informationen und Wissen, die ein Mensch besitzt, geht es darum, einen Bereich zu finden, in dem man sich für kompetent hält, weil genügend Wissen und Erfahrung vorhanden sind. Es geht darum, sich einen, erstmal kleinen, Handlungs- und Kompetenzbereich auszusuchen, in dem man sich stark fühlt. Bei der Bekämpfung des Hochstapler-Syndroms geht es darum, sich Stück für Stück die eigene Autorität von außen zurückzuholen, um den Halt in sich selbst zu finden. Ist das einmal gelungen, weitet sich automatisch und schnell die Handlungskompetenz und die innere Sicherheit. Eine gute Strategie, Fleiß und Durchhaltevermögen garantieren den Erfolg, den ich jedem vom Herzen wünsche.





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